• Christian Lindner

Viraler Lokaljournalismus

Aktualisiert: Apr 17


Die täglich wachsende Liste:

Wie lokale und regionale Medien

über die Corona-Krise berichten


Update 15 (3. April)


- VRM bietet Händlern und Gastronomen Shops an

- jetzt mit 105 Newstickern und Liveblogs zur Corona-Krise

- meine Liste mit den besten Tickern

Madsack zeigt seinen Printlesern in einem Blogpost einen verwaisten Newsroom. (Mehr unter "In eigener Sache")

Corona-Krise - auch für die lokalen und regionalen Medienhäuser ist das Ausnahmezustand. Alle Redaktionen arbeiten wie noch nie – durch Home Office getrennt, durch den Zerfall aller Routinen geprüft, durch das Tempo der Entwicklung gefordert.

Zugleich ist die Nachfrage der Leser nach verlässlichen Informationen gerade im Lokalen und Regionalen so stark wie nie. Viele Redaktionen werden dem gerecht: Sie arbeiten am Limit - und leisten Bemerkenswertes.

Ich habe deshalb am 18. März begonnen, Beispielhaftes aus dem Wirken von kleinen, mittleren und größeren Medienhäusern des Lokalen und Regionalen zusammenzutragen und in dieser Liste zusammenzustellen – gedacht als Überblick und Beleg dafür, was auch die Redaktionen in der Fläche derzeit leisten. Als Leistungsschau und Anregung.

Schon jetzt macht diese Liste deutlich: Das journalistische Immunsystem des deutschen Lokaljournalismus ist intakt.

Ja: Diese Liste ist unvollständig. Viele gute Beispiele fehlen. Doch diese Liste wächst. Es kommen täglich neue Belege hinzu.

Ich freue mich über Tipps, Ergänzungen und Korrekturen. Wenn Sie Beispiele für gute journalistische Arbeit von lokalen und regionalen Medienhäusern in den Zeiten des Corona-Virus sehen: Mail, Twitter-DM,Facebook-Nachricht oder Anruf – alles kommt gut an. Und ich finde auch Hinweise auf gute Arbeiten aus dem eigenen Haus gut

Neue Beiträge werden bei jedem Update mit NEU gekennzeichnet und stehen an der Spitze der jeweiligen Rubrik.

Am Ende gibt es eine Liste mit allen Newstickern und Liveblogs von lokalen und regionalen Medienhäusern zur Corona-Lage.

Viraler Lokaljournalismus - die wachsende Liste*



* News-Ticker und Live-Blogs am Ende


Daten, Daten, Daten


DIE Deutschland-Karte: Der Tagesspiegel (Berlin) zeigt in einer Maßstäbe setzenden interaktiven Karte alle bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland – wahlweise nach Kreisen und Bundesländern darstellbar. Um dafür möglichst aktuelle Zahlen zu bekommen, nutzt das Tagesspiegel Innovation Lab die Schwarmintelligenz Dutzender Freiwilliger aus ganz Deutschland. Unter der Leitung der Firma Risklayer und dem Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology am Karlsruher Institut für Technology (KIT) werden die Meldungen direkt von den knapp 400 einzelnen Webseiten der Kreisverwaltungen gesammelt und mehrfach verifiziert.


Monitor mit Zeitfaktor:Die Portale derFunke Mediengruppebeeindrucken mit einem interaktiven Coronavirus-Monitor. Der User kann über das ausgefeilte Tool des Interaktiv-Teams von Funke aktuelle Zahlen für Infektionen, Todesfälle und Gesundete auf den Ebenen Welt, Europa und Deutschland abrufen. Per Zeitschieber kann die Verbreitung des Virus seit dem 27. Januar und die Entwicklung der Zahlen nachverfolgt werden. Datenquellen: Johns Hopkins University CSSEWHOCDCECDCNHCDXY und Meldungen der deutschen Behörden (Robert-Koch-Institut sowie Kreis- und Landesgesundheitsämter). Hier das Beispiel für die WAZ. Über diesen Tweet von Carsten Erdmann, Editor In Chief Digital und Head of Digital Transformation Funke Mediengruppe, können die anderen Varianten für Braunschweig, Thüringen und Berlin erschlossen werden.


Ein Chart sagt mehr als 100 Zeilen: Die Medien der VRM (Verlagsgruppe Rhein-Main = Allgemeine Zeitung, Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo, Mittelhessische Presse) visualisieren die wichtigsten Zahlen zur Corona-Entwicklung regional, national und international mit Grafiken und Karten in ihrem Sammelblock „Alle Daten zum Thema“. Zudem gibt es ein Dossier zu den „Entwicklungen in Rheinland-Pfalz und Hessen".

Begehrt: Der Südkurier (Konstanz) visualisiert die Lage international, national und regional mit Karten. Chefredakteur Stefan Lutz zur Nutzung: „Heiß begehrt“. (Paid)

Vor oder hinter die Paywall?

Für die, die unsere Arbeit honorieren: Für Schwäbische.de (Schwäbische Zeitung) erläutert Michael Wollny, Stellvertretender Leiter Digitalredaktion, welche Stoffe kostenlos und welche für Abonnenten sind. Gratis gibt es „alle Artikel zur akuten Gefahrenabwehr“, Texte der Agenturen und den täglichen Newsblog, den „im Schnitt drei Redakteure erarbeiten - ab 6 Uhr morgens bis 22.30 Uhr“. Hintergrund-Recherchen sind für die Abonnenten, „die unsere Arbeit honorieren. Sie machen das Angebot von Menschen aus der Region für Menschen in der Region möglich.“


Zu viert die Paywall verteidigt: Die vier regionalen Medienhäuser der Madsack-Gruppe haben am Samstag, 21. März, in Form ausführlicher Beiträge ihrer Chefredakteure auf ihren Webseiten verteidigt, dass die Mehrzahl ihrer lokalen Texte zur Corona-Krise nicht frei im Netz verfügbar, sondern im Rahmen ihrer Plus-Modelle kostenpflichtig sind.

Die Chefredakteure Hendrik Brandt (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Andreas Ebel (Ostsee-Zeitung, Rostock), Gerald Goetsch (Lübecker Nachrichten) und

Henry Lohmar (Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam), argumentieren abgestimmt, aber mit jeweils regionalisierten Erläuterungen und Hinweisen darauf, was gratis und was kostenpflichtig ist - und vor allem, warum das so ist. Die Texte sind leicht unterschiedlich, haben aber einen gemeinsamen Tenor: "Warum Lokaljournalismus jetzt wichtig ist – und dennoch nicht immer kostenlos sein kann" (Überschrift in der HAZ),

MAZ-Chefredakteur Henry Lohmar formuliert es so: „Wir können unser Geschäftsmodell auch in Krisenzeiten nicht einfach über Bord werfen. Die Produkte im Supermarkt oder in der Apotheke müssen ebenso bezahlt werden – auch in der Corona-Krise. (…) Es kostet 2,49 Euro pro Woche, sich über die eigene Heimat umfassend journalistisch zu informieren – so viel wie viele von Ihnen nebenbei für einen Kaffee zum Mitnehmen bezahlen.“

Die vier Plus-Plädoyers und der Madsack-Tweet dazu:

· Hendrik Brandt, Hannoversche Allgemeine Zeitung

· Andreas Ebel, Ostsee-Zeitung

· Gerald Goetsch, Lübecker Nachrichten

· Henry Lohmar, Märkische Allgemeine Zeitung

· Twitter-Thread von Madsack-Digitalchefredakteurin Hanna Suppa

Wo die Scheidelinie verläuft: Viele Medienhäuser, die an ihren Paid-Modellen auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten, begründen dies offensiv auf ihren Webseiten. Oft erläutern sie dabei auch, welche Texte es gratis gibt und welche nicht.

Sascha Aurich, Stellvertretender Chefredakteur Digitales bei der Freien Presse (Chemnitz) begründet via Webseite, warum sein Haus nicht alle Artikel kostenlos anbietet: "Guter Journalismus kostet Geld - und jeder unserer Abonnenten leistet einen Beitrag dazu, dass wir die Menschen in unserer Region mit den für sie wichtigen Informationen versorgen können. (…) Informationen, die der Abwehr von Gefahr für Leib und Leben dienen, werden wir stets kostenfrei zur Verfügung stellen. Für alles andere empfehlen wir Ihnen ein Digitalabo, mit dem Sie stets zuverlässig und aktuell informiert sind - und guten Journalismus in Ihrer Region unterstützen.“

Für die Augsburger Allgemeine erklärt deren Stellvertretender Chefredakteur Yannick Dillinger, welche Corona-Berichte auf ihrer Webseite gratis sind und welche hinter der Paywall stehen – und warum auch jetzt nicht alles gratis sein kann: „Wenn wir die Ergebnisse unserer Arbeit pauschal freischalten würden, dann gäbe es in Zukunft möglicherweise gar keine Journalisten mehr, die Ihnen faktenbasiert Aufklärung bieten.“

Die Redaktion von Sächsische.de und Sächsische Zeitung erläutert, welche Basis-Infos frei sind und warum die anderen Informationen etwas kosten: „Dass nicht alle Artikel verschenkt werden, ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Sächsische.de und Sächsische Zeitung sind stolz auf über 200.000 Abonnenten, die Monat für Monat für Informationen bezahlen. Unsere Leser dürften wenig Verständnis dafür haben, wenn andere die gleiche Leistung kostenlos bekämen.“

Stefan Lutz, Chefredakteur des Südkurier (Konstanz), begründet online, warum es auf SÜDKURIER Online nur den News-Ticker zur Corona-Lage gratis gibt und alle anderen Informationen kostenpflichtig sind. Lutz: „Die Arbeit, die hinter jeder überprüften Information steckt, hat einen Wert – und einen Preis.“

GN-Online (Grafschafter Nachrichten, Niedersachsen) begegnet der Kritik an seinen Corona-Texten hinter der Paywall nach eigenen Worten „mit Verweisen auf ein komplett kostenfreies und unverbindliches Vier-Wochen-Abo sowie einem kostenfreien und immer aktuellen Artikel mit allen wichtigen Basis-Infos“.

Lokomotive Live-Ticker: Das Mindener Tageblatt hat keine Scheu, auch Live-Ticker von Pressekonferenzen des Kreises Minden-Lübbecke zur Corona-Lage wie diesen hier hinter seine Paywall zu stellen. Das stößt auf Kritik, wird aber laut Chefredakteur Benjamin Piel zugleich „überraschend gut“ angenommen. Zwei Live-Ticker des MT aus dem Kreishaus hatten rund 4900 Log-Ins. Piel: „Das ist für unsere Verhältnisse exorbitant viel. Bezogen auf Log-Ins waren das die besten Beiträge in unserer Historie.“

In eigener Sache

NEU

Blogpost für Printleser: Die Madsack-Gruppe gibt den Lesern der Märkische Allgemeine (Potsdam) und der Hannoversche Allgemeine Zeitung in einem Blogbeitrag Einblicke, wie ihre Zeitung derzeit entsteht – auch mit Fotos des verwaisten Newsrooms und von Videoschalten.


Corona Call: Die Freie Presse (Chemnitz) liefert seit 23. März mit einem neuen Video-Format regelmäßig Einblicke in ihren Alltag in Zeiten der Corona-Krise. In ihrem „Corona Call" erklären ihre Reporter ihre Arbeit und berichten über die Lage in der Region. Zum Auftakt sprach Sascha Aurich, Stellvertretender Chefredakteur Digitales, mit Chefredakteur Torsten Kleditzsch über Journalismus im Ausnahmezustand.

Wie wir arbeiten: Die Mittelhessische Presse erläutert, wie sie aus der Flut der Informationen seriöse Informationen zum C-Thema vor Ort herausfiltert: „Nur mit verlässlichen Informationen können wir arbeiten. Daher hat es auch nichts mit dem Zurückhalten von Informationen zu tun, wenn wir nur bestätigte Zahlen nennen.“

Der Journalismus in den Zeiten des Coronavirus: Die Augsburger Allgemeine thematisiert Lage und Rolle des Journalismus derzeit in ihrem Podcast „Augsburg, meine Stadt“. Chefredakteur Gregor Peter Schmitz spricht über die Bedeutung des Journalismus in Zeiten des Coronavirus. Außerdem reagiert er auf Kritik aus den sozialen Medien: Betreiben die Medien Panikmache? Und: Warum sind nicht alle Corona-Artikel kostenlos? Redakteurin Maria Heinrich gibt einen Einblick in ihre Arbeit: Wie recherchiert sie normalerweise? Was ändert sich mit dem Virus an ihrer Arbeitsweise?

Sind wir bereit? Sehr persönliche Gedanken von Yannick Dillinger, Stellvertretender Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, zum Wechsel der kompletten Redaktion ins Home-Office: "Wir schicken mehr als 100 Kollegen zum Arbeiten nach Hause. Die Fragen, die wir anderen Unternehmen seit Jahren stellen, stellen wir uns dieser Tage selbst. Sind wir bereit für mobiles Arbeiten?“

Streaming, Video & Co.


Stammtische ohne Risiko: Die Vorarlberger Nachrichten (Österreich) haben via Zoom Digitale Stammtische eröffnet. Die Redaktion spricht dort etwa mit Bürgermeistern über die C-Lage. Interessierte können die Stammtische live über die Webseite des Medienhauses verfolgen oder später sehen. Wer sich Zoom runterlädt, kann während des Stammtischs Fragen stellen. Chefredakteur Gerold Riedmann nennt als einen Effekt: „Über VN.at haben die Bürger weiterhin direkten Kontakt mit den Bürgermeistern.“


Live aus dem Hörsaal: Auch die „Nachtvorlesungen“ der Unimedizin Mainz, die regelmäßig bis zu 350 Zuhörer anlocken, müssten wegen des Veranstaltungsverbots eigentlich ausfallen. Die Spezialvorlesung zum Thema Corona konnte dank der Mainzer VRM (Allgemeine Zeitung, Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo, Mittelhessische Presse) aber doch stattfinden: Die Redaktion streamte die Vorlesung live.

Kompakte Video-News: NWZ Online (Nordwest-Zeitung Oldenburg) berichtet seit 24. März zweimal täglich in Video-News kompakt über alles, was aktuell im Nordwesten von Niedersachsen passiert – momentan Corona-geprägt. Das Konzept: mittags und gegen Abend, nicht länger als 120 Sekunden, die drei bis vier relevantesten Themen aus der NWZ-Region.


Videos gegen die Langeweile: Die Bochumer Redaktion der WAZ (Nordrhein-Westfalen) will ihren Lesern die Zeit zuhause durch Videos etwas erleichtern. Die WAZler bitten ihre Leser um kleine unterhaltsame Videos für die lange einsame Zeit in Quarantäne. Basteleien für die Kinder, ohne Fitnessstudio fit halten, Zaubertricks, Buchtipps, einfache Quarantänerezepte – alles wird gesucht. Die Leser melden sich mit Ideen oder Video-Tipps unter dem Stichwort #wirhaltenzusammen. Zum Anschieben der Aktion hat die WAZ vier Bochumer Künstler mit Erfolg um Video-Grüße aus der Quarantäne in die Quarantäne gebeten.

Mit dem Bischof verbunden: Die Augsburger Allgemeine streamte am Sonntag, 22. März, 10 Uhr, einen Gottesdienst, den der Augsburger Bischof Bertram Meier wegen des Verbotes öffentlicher Messen in seiner Privatkapelle feiert – über das Netz aber doch mit den Gläubigen verbunden.

Live-Interviews: Die Rheinpfalz (Ludwigshafen) veröffentlicht seit Dienstag, 17. März, ein tägliches Corona-Briefing in Zusammenarbeit mit einem großen örtlichen Klinikum in Form von kompakten Video-Interviews via Skype. Zum Start befragte Uwe Renners, Stellvertretender Chefredakteur und Onlinechef, den Leitenden Arzt der Pneumologie des Westpfalz-Klinikums. Das Video-Interview läuft auf der Website der Rheinpfalz in ihrem Corona-Live-Blog und auf ihrer Facebook-Seite. Auch die Messenger-Abonnenten der Rheinpfalz bekommen wahlweise das Video oder die Audio-Datei.

Lokalredaktion rettet Kreishaushalt: Der Kreistag Grafschaft (Niedersachsen) muss dringend den Kreishaushalt verabschieden, um handlungsfähig zu bleiben. Die Kommunalverfassung verlangt eine öffentliche Sitzung – wegen der Corona-Gefahr aber darf kein Publikum in den engen Sitzungssaal. Die Grafschafter Nachrichten helfen dem Kreis aus der Klemme: Die Redaktion streamt die Sitzung kurzentschlossen live - und stellt somit die Öffentlichkeit her. Der Etat kann doch noch beraten und verabschiedet werden.

Und was wenn? Der Generalanzeiger Bonn beantwortet mit einem selbst produzierten Erklär-Video, was man bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion tun sollte. Das Video nennt auch die lokalen Anlaufstellen.

Der Bürgermeister im O-Ton: Das Kevelaerer Blatt – eine lokale Abo-Wochenzeitung mit harter Paywall-Site – nutzt sein Videoformat KBTV jetzt täglich für Updates zur Corona-Lage vor Ort. Kevelaers Bürgermeister gibt dabei vor der laufenden Kamera des KB-Teams eine aktuelle Statusmeldung zur Corona-Krise ab. Die Videos werden über Facebook ausgespielt. Sie generierten bislang innerhalb von zwei Stunden über 3000 Aufrufe, nach zwei Tagen über 8000 Aufrufe. Verleger Rudolf Beerden: „Diese Krise wird uns helfen, die Bedeutung unserer lokalen Abo-Wochenzeitung wieder in den Fokus der Kevelaerer Bevölkerung zu tragen. Wir werden wertgeschätzt. Denn keiner der lokalen Mitbewerber ist hier so nah und intensiv dran am Zeitgeschehen.“

Wort zum Sonntag 2.0: GN-Online (Grafschafter Nachrichten, Niedersachsen) veröffentlicht jedes Wochenende eine Video-Andacht aus einer örtlichen Kirchengemeinde. Den Auftakt machte Pastor Simon de Vries aus Nordhorn.

Kultur lebt: Die Landeszeitung Lüneburg überträgt täglich außer Montag Kultur live aus dem Lüneburger Theater.

Es gilt das gesprochene Wort

Podcast vorgezogen: Die Main-Post (Würzburg) hat am 25. März einen wöchentlichen Podcast für junge Würzburger gestartet – wegen der Corona-Lage früher als geplant. Moderatorin Johanna Juni thematisiert in „Freilich Würzburg“ mit wechselnden Gesprächspartnern, „was in unserer Stadt passiert – und passieren muss.“ In Folge 1 geht es um die von der Main-Post unterstützte Facebook-Gruppe "CoronaCare Würzburg hilft sich.


Als Paar gegen Corona: Multitalent Hajo Schumacher und seine Frau, die Psychologin Suse Schumacher, plaudern für die Berliner Morgenpost in ihrem Podcast „Wir gegen Corona" gegen negative Gefühle an. Sie wollen zum Mitdenken, Mitfühlen und Mitgestalten einladen. Der Themenmix ist, nun ja, unberechenbar. Die Zutaten für Folge 12 (25 März): „Usain-Bolt-Sex - Linseneintopf - Kraft aus Aberglauben - Rettungspakete abgreifen - Affen im Kopf - erste Meditationserfolge - Sorge um die Eltern - Prada-Atemschutz - Teilzeit-Trance – Vollidioten“.


Sinnsucher: Der Kölner Stadtanzeiger bereichert seine Webseite mit dem Podcast „Sinnsucher“ von Jürgen Wiebicke, Moderator des „philosophischen Radios“ im WDR. Sein Ansatz: Die Corona-Krise wirft Fragen auf, die man für sich allein kaum klären kann. Wiebicke macht sich deshalb Gedanken – mit dem Kölner Pfarrer Franz Meurer. KStA-Chefkorrespondent Joachim Frank betreut den Podcast inhaltlich, im Blatt wie digital. Jeden Tag gibt es eine neue Folge.

Unser Coronaland: Neue Osnabrücker Zeitung, sh:z (Schleswig-Holstein) und Schweriner Volkszeitung haben am 20. März den Podcast "Coronaland – Zwischen Krise und Perspektive" gestartet. Er will sich konstruktiv mit den Auswirkungen der C-Situation beschäftigen und ist als Gesprächsformat mit regionalen Experten aus dem Norden angelegt. Produziert wird er vom zentralen Audioteam und einem Ratgeberjournalisten aus der Zentralredaktion Digital der NOZ/mhn-Gruppe in Hamburg. In der ersten Folge sprechen zwei Psychologen darüber, was eingeschränkte Freiheit mit Menschen macht – und wie man trotzdem positiv bleiben kann. Neue Folgen gibt es immer dienstags und freitags.

Was Menschliches: Nordbayern.de, das Portal von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Kurier, hat einen Pandemie-Podcast aus dem Boden gestampft. In Folge 1 von „Unter Quarantäne“ sprechen Sebastian Böhm (Sport) und Florian Rußler (Online-Redaktion) mit ihrem Stellvertretenden Chefredakteur und Deskchef Armin Jelenik, der sich als einer der ersten eine häusliche Quarantäne auferlegt hatte. Ab Minute 1.20 erläutern die Macher ihr Podcast-Konzept: „Wir wollten was Menschliches machen.“ Gepodcastet werden soll von Montag bis Freitag, in Woche 2 sollen auch externe Experten zu Wort kommen.

2 x 120: Seit dem Wochenende 14./15. März gibt es für das gesamte Verbreitungsgebiet der Neuen Osnabrücker Zeitung (Niedersachsen) und der Medienholding Nord (Schleswig-Holstein = sh:z und Mecklenburg-Vorpommern = Schweriner Volkszeitung) je ein lokal und regional fokussiertes Audio-Flashbriefing, das die Lage zweimal am Tag in je 120 Sekunden kompakt zusammenfasst. Es ist als Audio-Player auf den Portalen der Mediengruppe und in den üblichen Streaming-Plattformen (Spotify & Co.) abrufbar, bald auch bei Alexa & Co. Hier das Beispiel für die Region Osnabrück und Emsland.

Platz für Helden

Alltagshelden 1: Unter dem Titel „Alltagshelden“ stellt die Main Post (Würzburg) „Menschen vor, die in diesen Corona-Zeiten das Land am Laufen halten“. Den Start machten Portraits einer Krankenschwester und einer Leiterin von drei Postfilialen.

Alltagshelden 2: Die Nordsee-Zeitung (Bremerhaven) hat eine neue Serie aufgelegt: Portraits über die Helden eines Alltags im Ausnahmezustand. Komponenten zum Start: ein Editorial, ein Anschieber-Text mit vier Beispiel-Helden, ein erster Fragebogen.

Den Familien helfen

Arbeiten@home: Plötzlich Home Office – die Mitteldeutsche Zeitung (Halle) empfiehlt Tipps und Tools, mit denen diese Herausforderung gemeistert werden kann, von der Zeit-App Tomato Timer über den Ablenkungsblocker Focusme bis zum wunderbaren Projektmanager Trello.

Fern-Lern-Tools: Die Mitteldeutsche Zeitung (Halle) hat für die Eltern schulpflichtiger Kinder eine Übersicht über kostenlose Lernplattformen, Lern-Apps und Wissens-Channel auf Youtube zusammengestellt.

Kinder-Content gratis: Die Mitteldeutsche Zeitung (Halle) stellt ihre Kinderzeitung „Galaxo“, die sie jeden Tag in Print bietet, nun auch zum Runterladen ins Netz. Gratis.

Auch die Augsburger Allgemeine stellt ihre Kinderseite "Capito" gratis ins Netz.

Kinder, Kinder: Die sh:z-Zeitungen (Schleswig-Holstein) haben jetzt zwei tägliche Kinderseiten. In der Ausgabe von Mittwoch, 18. März, mit einer Bastelanleitung – „damit die Kinder sich beschäftigen können“. Der Weser-Kurier hat seit Montag, 16. März, wegen Corona eine tägliche Kinderseite eingeführt.

Den Helfern helfen


Fürs Treppenhaus: Die Leipziger Volkszeitung ruft zur nachbarschaftlichen „Corona-Einkaufshilfe“ auf. Junge Leute könnten so „Herz zeigen für ältere Hausbewohner und für sie die Einkäufe erledigen“. Die LVZ druckt dafür einen Aushang fürs Treppenhaus. „Hallo, liebe Mitmieter, … Lassen Sie mich Ihnen helfen!“ Es gibt den Aushang auch zum Runterladen.

Auch der Remscheider Generalanzeiger hat in seinem Blatt einen halbseitigen Zettel zum Aushang im Hausflur abgedruckt - für Hilfswillige ebenso wie für Hilfesuchende. Ausschneiden, Ausfüllen, Aufhängen – und die Hilfe kann anlaufen. Sven Schlickowey von der Redaktion: „Wir haben uns für einen ganz praktischen Ansatz entschieden.“ Motto: „Wir helfen Ihnen beim Helfen."

Positiv und stark: Die Nordwest-Zeitung (Oldenburg / Niedersachsen) hat die Initiative „Gemeinsam stark für die Region" ins Leben gerufen. Sie soll auf positive Beispiele aufmerksam machen, wie Menschen aus der Region sich in Zeiten von Corona unterstützen. In einem Spezial werden alle Artikel dazu gelistet – und Servicetexte, etwa was es bei Nachbarschaftshilfe zu beachten gibt.

Die kümmern sich: Die Deister- und Weserzeitung aus Hameln (Niedersachsen) öffnet ihr Hilfsportal „Kümmerer Weserbergland“ (ein etablierter Klassiker der Lokalzeitung) für die Vermittlung von Hilfe in der Corona-Krise. Die Kümmerer-Community gibt es auch im Blatt und auf Facebook.

Geordnete Hilfe: Die Schwäbische Zeitung bietet auf ihrer Website eine Tabelle, die einen Überblick über Hilfsangebote in ihrer Region gibt – durchsuchbar nach Orten, Schlagworten oder Begriffen wie „Einkaufen“, „Nachbarschaftshilfe“ oder „Betreuung“. Hilfsinitiativen können ihr Angebot in einem Meldeformular übermitteln.

Die Listen der Helfer: Der Südkurier (Konstanz) hat die Aktion „SKverbindet“ etabliert. Wer Nachbarn helfen möchte, meldet sich über ein schlankes Formular – und erscheint mit seinem Namen und seinem Hilfsangebot auf einer Helferliste. Schon nach zwei Tagen konnte der Südkurier 450 Helfer veröffentlichen – elegant im Netz und in Print auf einer Doppelseite. Auch das Online-Nachrichtenportal ka-news.de(Karlsruhe) nutzt dieses Tool. Hier heißt die Aktion „KANEWSverbindet“ und stößt ebenfalls auf großen Zuspruch.

Gratis annoncieren: Auch die Mindelheimer Zeitung (Allgäu) hat eine Hilfsseite auf Facebook geschaffen. Am 18. März hatte die Seite "Das Unterallgäu hilft sich" schon über 700 Mitglieder. Weil aber Facebook im Unterallgäu längst nicht jeden erreicht, bietet der Verlag allen Hilfswilligen oder Hilfesuchenden an, gratis eine Kleinanzeige in der Mindelheimer Zeitung oder Unterallgäu Rundschau schalten zu können (einmalig, nicht für kommerzielle Hilfe).

Helpbook: Nordbayern.de, das Portal von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Kurier, hat die Facebook-Gruppe „Nordbayern hilft“ geschaffen, die Hilfesuchende und Hilfswillige zusammenbringt. Die am 13. März gegründete und bereits 8000 Mitglieder zählende Gruppe hat vier Beitragsthemen: Ich benötige Hilfe, ich biete Hilfe, ich mache Mut und allgemeine Infos zum Coronavirus. Verpönt sind „Jammerposts“ – etwa Klagen über leere Regale und Toilettenpapier. „Halbwahrheiten und Falschinformationen“ werden gelöscht.

Mir stonn zesamme: Der Kölner Stadt-Anzeiger gibt auf seiner Website einen stetig wachsenden Überblick über institutionalisierte und private Hilfsangebote in der Stadt.

Mir halde zämme: Die Badische Zeitung (Freiburg) will „Menschen, die Hilfe anbieten können, zusammenbringen mit jenen, die Hilfe benötigen“. Sie bietet dafür neben Veröffentlichung auch Recherchehilfe an. Motto: BZ hilft.

Wi stahn binanner: Die Landeszeitung Lüneburg bietet Hilfswilligen und Hilfsgruppen an, sie medial im Blatt und auf ihrer Website zu unterstützen und ihre Angebote so zu verbreiten und zu vernetzen.

Richtig helfen: Die Main-Post (Würzburg) hat einen Leitfaden zur Corona-Nachbarschaftshilfezusammengestellt. Die Redaktion gibt dort Antworten auf Fragen wie „Ich möchte für einen älteren Nachbarn Lebensmittel besorgen: Worauf muss ich achten?" oder „Kann der Virus über Geldscheine oder Einkaufstüten übertragen werden?“

Der Geschäftswelt und der Gastronomie helfen


NEU

Site und Shop für lokale Händler: Unter dem heimeligen Claim „Heimatschatz“ zeigt die VRM (Mainz, Allgemeine Zeitung) ihren Lesern auf einer schmucken Seite, wie sie von zuhause auch in Zeiten von Corona lokal einkaufen können. Lokale Händler und Gastronomen können sich dort kostenlos eintragen. Bemerkenswert: Wenn sie keinen eigenen Online-Shop haben, stellt ihnen die VRM mit ihrem Shopsystem die nötige digitale Infrastruktur. Und sie berät auch bei der Belieferung.

Die Liste der Hilfe: Die Märkische Allgemeine Zeitung (Potsdam) will die Einzelhändler, Restaurants und Freiberufler ihrer Region mit einer Liste auf ihrer Webseite unterstützen, in der diese eintragen können, welche Angebote sie in dieser Sonderlage haben. Leser können sie dann gezielt unterstützen. Wer helfen will, kann sich hier informieren. Motto der Aktion: „MZ - Zusammen stark“. Start: 25. März.


Tagebuch eines Konditors: Der Weser-Kurier veröffentlicht seit dem 22. März täglich das „Firmentagebuch“ von Konditor Bernard Timphus vom Bremer Café Stecker. WK-Redakteur Timo Thalmann zeichnet auf, wie der Obermeister der Konditoreninnung Bremen/Oldenburg die Lage sieht und meistert.

Werbung auf der Webseite gratis: SW1.news, ein digitales Newsmagazin im Raum Schweinfurt, stellt Unternehmen aus der Region, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, bis Ende März Werbeplatz auf seiner Website gratis zur Verfügung.

Online geöffnet: Die Augsburger Allgemeine veröffentlicht eine Liste mit Geschäften in Augsburg, die einen Online-Shop haben. Die Liste steht vor der Paywall.

Service geliefert: Die Vaihinger Kreiszeitung mit Wochenblatt und Sachsenheim Post (Baden-Württemberg) hat Händler und Restaurants aufgerufen, ihre kreativen Serviceleistungen und Ideen zu melden. Binnen weniger Stunden haben sich viele Lokale und Geschäfte gemeldet, die beispielsweise Lieferservice oder Hol- und Bringdienste anbieten. Die Blätter publizieren das gratis. Die Aktion erreicht schon über Print alle Haushalte, wird aber auch über Facebook ausgespielt.

Gefragte Experten

Das virologische Sextett: Der Kölner Stadt-Anzeiger hat ein Team von sechs lokalen Experten (vier Mediziner, ein Apotheker, ein Anwalt) zusammengestellt, die Leser-Fragen „zu allen Corona-Themen“ beantworten. Die Abwicklung läuft per Mail über die Redaktion. Täglich gehen 50 bis 100 Fragen ein, täglich werden neue Fragen und Antworten veröffentlicht.

Das Wort hat der Virologe: Der Weser-Kurier lässt einen Bremer Virologen Leserfragen zu Corona in einem Podcast beantworten. Beispiele: Wie lange hält sich das Virus auf Oberflächen? Können Kinder noch mit den Nachbarskindern spielen? Können sich auch Haustiere anstecken?

Leser fragen, Experten antworten: Das Mindener Tageblatt bietet seinen Lesern an: Stellt uns Eure Corona-Fragen, wir lassen sie durch Experten und offizielle Stellen beantworten.

Viren kennen keine Sprachgrenzen

Almanya ve Mannheim de koronavirüs krizi: Miray Caliskan, Redakteurin des Mannheimer Morgen, fasst die Corona-Lage in der Region für die vielen türkischsprachigen Bewohner Mannheims täglich auf türkisch zusammen.

Koronavirüs krizi: Die Berliner Zeitung berichtet zweisprachig über die Corona-Krise – auf deutsch und auf türkisch. Hintergründe und Ratgeber, Texte und Videos – alles gibt es auch auf Türkisch, das Corona-Dossier der Berliner Zeitung teils auch auf Arabisch.



Beispielhaft


NEU

Die alte Heimat im Ausnahmezustand fotografiert: „Die besten Bilder von Daniel Biskup“ über die Corona-Krise in Bayern zeigt die Augsburger Allgemeine auf Ihrer Webseite. Hintergrund: Der große Fotograf lebte als junger Mann in Augsburg. Welche andere Regionalzeitung lädt bekannte Fotografen aus ihrer Region ein, ihre Heimat in dieser Ausnahmesituation zu fotografieren?


NEU

Haarige Sache: Lea Bernsmann, Redakteurin der Nordwest-Zeitung (Oldenburg) konnte wegen ihres Ponys den Rechner bald nicht mehr sehen – und holte sich bei einem Friseurmeister Rat, wie man selber Schere anlegt und was man oder frau besser lässt. (Paid)

NEU

Der Chef schreibt Tagebuch: Jörg Riebartsch, Chefredakteur der Ostthüringer Zeitung (Gera), veröffentlicht seit dem 14. März sein Corona-Tagebuch auf der Webseite der OTZ. „Private und dienstliche Erlebnisse rund um das derzeit wichtigste Thema der Welt“ füllen es lesenswert. Feine Beobachtungen, mit Tiefgang und Leichtigkeit zugleich notiert.

Krisentagebuch in Serie: Die Potsdamer Neueste Nachrichten hat ein Krisentagebuch als Serie aufgeschlagen. Potsdamer schildern darin, wie sie die Corona-Krise erleben. Die Redaktion lässt dabei ganz verschiedene Bürger immer fünf gleiche Fragen beantworten, etwa: „Was fällt Ihnen in der momentanen Situation am schwersten?“


Wir kaufen für Sie ein: Die Sächsische Zeitung (Dresden) bietet ab 25. 3. den Lesern ihrer Printausgabe die Möglichkeit, Lebensmittel, Drogerieartikel und frei verkäufliche Medikamente per Telefon zu ordern und nach Hause geliefert zu bekommen. Das Blatt kooperiert dafür mit einem Edeka-Markt und einer Apotheke. Die Partner haben eine Warenliste mit 50 Produkten zusammengestellt. Die Warenliste wird täglich abgedruckt. Der Postdienstleister der Mediengruppe, zu der die Sächsische Zeitung gehört, liefert die Hilfspakete für 6,95 € nach Hause.

Auch mal Lichtblicke: Schwäbische.de schenkt seit 25. März „schönen und positiven Nachrichten aus Welt und Region mehr Aufmerksamkeit“. Die Redaktion: „In Zeiten der Corona-Krise tun Lichtblicke gut.“ (Paid)


Corona Spezial in zwölf Sprachen: Die Nordsee-Zeitung (Bremerhaven) will allen Haushalten in ihrer Region kurzfristig einen Sonderdruck in zwölf Sprachen mit den wichtigsten Informationen zur Corona-Krise zukommen lassen. Chefredakteur Christoph Linne sucht dafür via Aufruf Dolmetscher, die die Texte übersetzen.

Mit Songs Mut machen: Die Vaihinger Kreiszeitung (Baden-Württemberg) ruft alle Sänger und Musiker auf, einen Mut-Song gegen die Corona-Angst aufzunehmen und ihr per Link zu mailen. Die Redaktion veröffentlicht die Songs auf ihrer Facebook-Seite – und macht diese so „zum Balkon für die Region“. Motto der Aktion: TIMES LIKE THESE.


Finale Fragen: Heike Lachnit hat für ihren lokalen Newsblog HL-Journal - eine Nachrichtenseite für Limburg und Umgebung – bei Hospizen und Seniorenwohnheimen nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen. Bei ihrer Recherche erfuhr sie von Menschen, die sich etwa fragen: „Wie lange darf eine Trauerfeier verschoben werden?“ „Darf ich meine Angehörigen im Hospiz beim Sterben begleiten?“ Und sie berichtet von Beerdigungen, zu denen maximal 25 Trauernde kommen dürfen.


Auf Notration gesetzt: Sich nur noch von Lebensmittelpaketen für den Notfall ernähren? Sebastian Küster, Redakteur des Südkurier, wagt einen zehntägigen Selbsttest und berichtet - nicht ohne Galgenhumor - täglich über Erfolg, Geschmack und Frustration seines Prepper-Essens. (Paid)


Experiment Tagebuch: Die Esslinger Zeitung (Baden-Württemberg) ruft ihre Leser dazu auf, in diesen ungewöhnlichen Zeiten wieder Tagebuch zu schreiben. Lokalchef Johannes M. Fischer: „Seien Sie Abenteurer Ihres eigenen Lebens, Ethnologe ihres eigenen Alltags. Und dann schicken Sie mir Schnipsel dieses Tagebuchs (maximal 1000 Zeichen pro Tag), Fotos, kleine Videos (maximal 1 Minute). Schreiben Sie dazu, ob Sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind, ob Ihr Name genannt werden darf, oder ob Sie anonym bleiben wollen. Und was geschieht dann damit? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Es wird eine Montage werden, das ist gewiss, aber wie wir diese dann online und in der Zeitung abbilden, hängt von den Tagebucheintragungen an. Es ist unbekanntes Terrain, untypisch für ein Medienhaus, aber es könnte ziemlich interessant werden.“


Der Chef schlägt auf: Die Website des Kölner Stadt-Anzeigers veröffentlicht jeden Tag ein Editorial von Chefredakteur Carsten Fiedler zur Corona-Lage in Stadt und Region. Er nutzt die Chance, dort betont persönlich zu kommentieren.


Sprechende Bilder: Der Südkurier (Konstanz) schenkte seinen Lesern einen „fotografischen Spaziergang entlang der gesperrten Grenzübergänge zwischen Konstanz und Kreuzlingen“.


In die Fläche: Die Freie Presse (Chemnitz) nutzt ihre Kontakte in der Fläche und bietet für jede ihrer Regionen Lageberichte – hilfreich strukturiert und wohltuend nüchtern. Hier ein Beispiel für die Lage im Kreis Zwickau.


Ein-Mann-Corona-Nachrichten-Agentur: Andreas Szabó (Journalist, Social Media-Experte und Sprecher der AWO Dresden) gibt seit dem 11. März jeden Morgen um 6 Uhr in privater Funktion via Twitter in einem langen Thread einen Überblick über die Corona-Lage in Sachsen und Dresden. In Ausgabe Nr. 6 hat der frühere Lokaljournalist und Lokalradio-Macher Einblicke gegeben, welche Quellen er dafür nutzt und wie er arbeitet.


Mehr Rätsel: Der Generalanzeiger Bonn erscheint jetzt mit einer Extra-Seite Rätsel – „für die Corona-bedingte Zwangspause“.

Klartext


Herrgott, informiert Euch! Julius Betschka vom Tagespiegel (Berlin) warnt in einem analytischen Stoßseufzer davor, sich aus dem nachrichtlichen Alltag zurückzuziehen: „In einer Krise, in der es auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt, wird Wegschauen und Ausklinken zur tödlichen Gefahr.“ Er ruft das besonders jungen Leuten als potentiellen Treiber der Pandemie zu.


Den Rebellen Contra geben: Die Mitteldeutsche Zeitung (Halle) wäscht den Isolations-Brechern in einem Online-only-Kommentar den Kopf: "Reißt euch zusammen und bleibt in den nächsten vier Wochen drin."


Auch Tobias Jochheim von der Rheinischen Post (Düsseldorf) rantet gegen die Corona-Rebellen: Euch ist eure vermeintliche Coolness, das billige Rebellentum auf der Rheinpromenade wichtiger als das Leben eurer Mitmenschen – insbesondere der Alten, Kranken, Behinderten. Das ist nicht viel weniger schlimm, als Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken zu klauen.“


Was Halt gibt: Nicole Donath, Redaktionsleiterin beim Haller Kreisblatt (Nordrhein-Westfalen), macht ihren Lesern via Kommentar Mut: „Gefühlt gab es diesen Zusammenhalt lange nicht, nicht so intensiv. Die Autorin zum Konzept der momentanen Berichterstattung: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Leser über Zuversicht freuen; über die Lokalzeitung als Halt.“ Samstag startet das Blatt deshalb eine Serie mit Kurzportraits über die Helden des gegegenwärtigen Alltags wie Regaleinräumer, Apotheker, Postboten etc.

Und täglich grüßen die Fake-News


Fake-News-Expertise: Der Weser-Kurier hat mit den Wissenschaftlern Andreas Hepp und Leif Kramp vom Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung an der Uni Bremen ein grundsätzliches Interview zu Fake News geführt.


Supermarkt statt Facebook: Frank Westermann, Redakteur der Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung (Niedersachsen), ist panischen und wütenden Kommentaren in einer lokalen Facebook-Gruppe auf den Grund gegangen, nach denen es "nichts mehr zu kaufen gibt". Er hat diese Stimmung im lokalen Supermarkt abgeglichen und dort mit der Leiterin gesprochen. Deren Botschaft: Ja, es wird gehamstert. Aber nein, es wird niemand verhungern. (Paid)

NEU

Thementipps für Redaktionen

  • Treibstoff ist so preiswert wie schon lange nicht mehr. Diesel kratzt an der 1-Euro-Grenze

  • Beerdigungen – schwieriger und stiller, als es vielen Angehörigen lieb ist

  • Kommunion und Konfirmation – auch diese Familienfeste fallen aus

  • Wen behandeln Zahnärzte jetzt überhaupt noch? Wie gefährdet sind sie selbst?



Lokale Liveblogs und Newsticker zur Corona-Lage


Die Besten

der Liveblogs und Newsticker von lokalen und regionalen Medienhäusern in Deutschland zur Corona-Krise


Allgäuer Zeitung (Kempten)

Allgemeine Zeitung (identisch mit den Liveblogs von Gießener Anzeiger, Darmstädter Echo, Mittelhessische Presse, Wetzlarer Neue Zeitung und Wiesbadener Kurier)

Berliner Morgenpost

Cellesche Zeitung

Der Tagesspiegel (Berlin)

Esslinger Zeitung (Baden-Württemberg)

Hamburger Morgenpost

Kölner Stadtanzeiger

Lausitzer Rundschau (Cottbus)

Rheinische Post (Düsseldorf)

Sächsische Zeitung (Dresden)

Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung (Niedersachsen)

Schwäbische Zeitung (Ravensburg)

Südkurier (Konstanz)

Thüringer Allgemeine / Thüringische Landeszeitung


Alle* Liveblogs und Newsticker von lokalen und regionalen Medienhäusern in Deutschland zur Corona-Krise


* Ein Liveblog oder Newsticker fehlt? Hinweis genügt!


Einige Medienhäuser haben auf ihrer Webseite einen regionalen sowie einen nationen/internationalen Liveblog oder Newsticker. In diesen Fällen ist das örtliche Informationsangebot gelistet.


Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten


Abendzeitung München


Allgäuer Zeitung / allgaeu.life (Kempten)

Allgemeine Zeitung (Mainz)


Augsburger Allgemeine (Newsticker)


Augsburger Allgemeine (tägliches Corona-Update)


Augsburger Allgemeine - Beispiel für einen lokalen Newsblog (Kreis Donau-Ries)


Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe)


Badische Zeitung (Freiburg) - national und international


Badische Zeitung (Freiburg) - die Zugänge zu sieben regionalen Newsblogs


Badisches Tagblatt (Baden-Baden)


Berliner Kurier


Berliner Morgenpost


Berliner Zeitung


Braunschweiger Zeitung


Cellesche Zeitung


Darmstädter Echo


Deister- und Weserzeitung


Der neue Tag (Weiden)


Der Tagesspiegel (Berlin)


Der Westen.de


Donau Kurier (Ingolstadt)


Emder Zeitung (Niedersachsen)


Esslinger Zeitung


Express (Köln)


Frankenpost (Hof)


Frankfurter Neue Presse


Fränkischer Tag / infranken.de (Bamberg)


Freie Presse (Chemnitz)


Freies Wort (Thüringen)


Gießener Allgemeine


Gießener Anzeiger


Hamburger Abendblatt - Paid


Hamburger Morgenpost


Hannoversche Allgemeine - Registrierung


Heilbronner Stimme


Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (Kassel)


Kieler Nachrichten - Registrierung


Kölner Stadt-Anzeiger


Kreiszeitung Syke (Niedersachsen)


Landeszeitung (Lüneburg)


Lausitzer Rundschau (Cottbus)


Leipziger Volkszeitung - Registrierung


Lübecker Nachrichten - Registrierung


Luxemburger Wort - zweisprachig = deutsch und französisch


Märkische Allgemeine (Potsdam) - Registrierung


Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder)


Main-Echo (Aschaffenburg)


Main Post (Würzburg)


Mannheimer Morgen


Mittelbayerische Zeitung (Regensburg)


Mitteldeutsche Zeitung (Halle)


Mittelhessische Presse (Wetzlar)


Mindener Tageblatt


Münchner Merkur


Neue Osnabrücker Zeitung - Übersichtstext für die Info-Zugänge und Flashbriefing


Neue Presse (Hannover) - Registrierung


Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Essen)


Neue Westfälische (Bielefeld)


Nürnberger Nachrichten + Nürnberger Zeitung


Nordsee-Zeitung (Bremerhaven)


Nordwest-Zeitung (Oldenburg, Niedersachsen)


Oberbayerisches Volksblatt (Rosenheim)

Offenbach Post


Offenburger Tageblatt (Paid)


Ostsee-Zeitung - Registrierung


Ostthüringer Zeitung (Gera)


Passauer Neue Presse


Pforzheimer Zeitung


Potsdamer Neueste Nachrichten


Recklinghäuser Zeitung


Reutlinger General-Anzeiger


Rheinische Post (Düsseldorf)


Rheinpfalz (Ludwigshafen)


Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)


Rhein-Zeitung (Koblenz)


Ruhr-Nachrichten (Dortmund) - Paid


Saarbrücker Zeitung


Sächsische Zeitung (Dresden) - Registrierung


Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung (Niedersachsen)


Schwarzwälder Bote


Schwäbische Post


Schwäbische Zeitung (Ravensburg)


Schweriner Volkszeitung - Registrierung


shz.de (Schleswig-Holstein) - Registrierung


Siegener Zeitung


Straubinger Tagblatt


Stuttgarter Nachrichten


Stuttgarter Zeitung


Südkurier (Konstanz)


Südwest Presse (Ulm)


Thüringer Allgemeine (Erfurt)


Thüringische Landeszeitung (Weimar)


Traunsteiner Tagblatt


Trierischer Volksfreund


tz München


Volksstimme (Magdeburg)


Waldeckische Landeszeitung (Korbach / Hessen)


Walsroder Zeitung


Weser-Kurier (Bremen)


Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Essen)


Westdeutsche Zeitung (Nordrhein-Westfalen)


Westfalen-Blatt (Bielefeld)


Westfalenpost (Hagen)


Westfälische Nachrichten (Münster)


Westfälischer Anzeiger (Hamm)


Wetzlarer Neue Zeitung


Wiesbadener Kurier



Weitere Tipps, Hinweise, Ergänzungen etc. gerne

via info@christian-lindner-consulting.de, Twitter oder Facebook an mich.


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